Ist in meinem Haus Asbest?

Wo kann im Haus Asbest enthalten sein?

Asbest – ein häufig verwendetes Material

Asbest im Haus war ein in früheren Jahrzehnten gängiger Baustoff. Ist auch in meinem Haus Asbest? Bereits in der Antike war Asbest bekannt und wurde unter anderem als Docht auf dem ewigen Feuer der Akropolis verwendet. Während im späteren Mittelalter das Wissen um den Stoff verloren ging und zu einem Mythos wurde, kam das Silikat-Mineral ab dem 19. Jahrhundert in vielfältigen Anwendungen zum Einsatz und wurde zu einem der meistgenutzten Stoffe im Bauwesen. Dies lag daran, dass der aus Mineralen gewonnene Stoff zu Fasern verarbeitet werden kann, die eine hohe Bindekraft aufweisen und zudem hitzebeständig, elastisch und isolierfähig sind. Weiterhin weist Asbest eine hohe Beständigkeit gegen Fäulnis auf und hat eine nur geringe Wärmeleitfähigkeit, wodurch er zahlreichen Dämmstoffen beigemischt wurde, um die Ausstrahlung von Energie zu senken. Daher wurde der Stoff auch gerne in Gebäuden verwendet. Bis 1993 war Asbest ein häufiger Bestandteil in vielen Baustoffen und ist daher bis heute unentdeckt in vielen Haushalten vorhanden. Vielen galt er aufgrund seiner vielfältigen positiven Eigenschaften lange Zeit als „Wunderstoff“. Erst durch die Entdeckung der Gesundheitsrisiken wie Lungenkrebs und der besonderen Gefährdung bestimmter Berufsgruppen wie Maurer, Elektriker, Dachdecker und weiteren wurde die Benutzung des Stoffs in Deutschland, Österreich und der Schweiz verboten.

Wo kann Asbest enthalten sein?

Mögliche Asbestquellen im Haus sind Dachplatten, Bodenbeläge, in Fassaden, Fugenmassen, Spachtelmassen, als Putze, Boden- und Fliesenkleber, in Dämmstoffen für Rohrleitungen, Leichtblauplatten, alten Nachtspeicherheizungen oder auch in Elektroschränken. Grundsätzlich wird zwischen drei verschiedenen Arten von Asbest unterschieden: Bei schwach gebundenem Asbest handelt es sich zumeist um Spritzasbest, der einen Asbestanteil von über 60 Prozent aufweist und beispielsweise als Füllmaterial, zur Heizungsisolation, als Dichtungsmaterial für Rohre und anderes zum Einsatz kam. Diese Form ist aufgrund ihrer besonderen Gefährlichkeit für die Gesundheit in der Bundesrepublik bereits seit 1979. Mäßig gebundener Asbest wiederum enthält zwischen 10 und 60 Prozent. Fest gebundener Asbest ist eine der häufigsten Anwendungen und weist einen Anteil von 10 bis 15 Prozent reinen Asbestfasern auf. Die häufigste Verwendung fand der Stoff in Zement, als Asbest im Putz, in Dachplatten, Bodenbelägen oder Klebern.

HINWEIS: Asbest sieht man nicht und man kann diesen auch nicht riechen.

Risiko in Dach und Fassade

In vielen Dachplatten ist Asbest aufgrund seiner besonderen Widerstandsfähigkeit in Form von Wellplatten oder als Zement verbaut worden. In diesem Fall handelt es sich um starkgebundenes Asbest, dessen Fasern beispielsweise durch Renovierungsarbeiten wie beispielsweise Bohrarbeiten oder Fräsen freigesetzt werden können. Sofern keine akuten Arbeiten durchgeführt werden, muss von dem Stoff keine unmittelbare Gefahr ausgehen. Nichtsdestotrotz können durch Witterung oder unbedachte Arbeiten krebserregende Stoffe durch das Offenlegen der Fasern freigesetzt werden und der Gesundheit ernsthaften Schaden zufügen. In diesem Fall sollten Hausbesitzer bei begründetem Verdacht auf die Verbauung von Asbest im Dach Sanierungsarbeiten nicht selbst durchführen, sondern den Verdacht zunächst abklären. Das gilt ebenso für Fassaden, wo der Stoff aufgrund seiner Resistenz gegenüber Hitze zur Minderung des Brandrisikos als Zuschlagstoff in Zement eingebaut wurde. Asbest im Putz ist daher ebenso eine potenzielle Gefahrenquelle, die durch Renovierungsarbeiten wie das Ausbessern des Mörtels, durch Schleifen, Fräsen oder Arbeiten zur Verlegung von Leitungen aktiviert werden kann. Bei älteren Gebäuden können zudem durch Abbruch der Wand oder anderen altersbedingten Verfall asbesthaltige Fasern freigesetzt werden.

Bodenbeläge, Fliesenkleber und weitere Gefahrenquellen

Bodenbeläge enthielten in früheren Zeiten sehr häufig Asbest, weshalb Asbest im Bodenbelag ein verbreitetes Problem darstellt. Ein Beispiel hierfür sind PVC-Platten, die unter dem Namen Flexplatten oder Vinyl-Asbest-Platten Eingang in viele Wohngebäude gefunden haben und aufgrund ihrer Abriebfestigkeit und Formstabilität beliebt sind. Daneben wurde der Baustoff häufig auch als Kleber für Fliesen verwendet. Asbest im Fliesenkleber liegt in der Regel in gebundener Form vor. In vielen Mörteln und Klebstoffen wurde der Stoff bis in die 1990er Jahre verwendet, um die Haftung des Klebers durch die widerstandsfähigen Asbestfasern zu verbessern. Aus diesem Grund ist bei Gebäuden, die vor 1995 entstanden sind, grundsätzlich von der Möglichkeit von Asbest im Fliesenkleber und Asbest im Bodenbelag auszugehen, sofern kein gesichertes Wissen über die im Haus verwendeten Baumaterialien und Stoffe vorliegt. Wo kann Asbest enthalten sein neben diesen Stoffen? Eine weitere mögliche Quelle, die häufig unbekannt ist, ist Asbest in Elektroschränken. Ebenso wie in Nachtspeicheröfen enthalten die Verkleidungen von älteren Elektroschränken häufig noch solche Fasern, weshalb Asbest in Elektroschränken ebenso ein Sicherheitsrisiko darstellt. Daneben kann der Baustoff auch in Dämmungsmaterialien enthalten sein. Steinwolle oder auch Glaswolle sind hierfür Beispiele.

Kann ich Asbest erkennen?

Wenngleich der Baustoff häufig zunächst unsichtbar erscheint, gibt es verschiedene Indizien, die auf eine Verbauung von Asbest hinweisen können. Ein erster Hinweis ist das Baujahr des Hauses. Bei Häusern, die zwischen 1930 und 1993 gebaut wurden, kann von einem begründeten Anfangsverdacht der Asbetverbauung ausgegangen werden. In den beschriebenen Hausbestandteilen kann prinzipiell von einer Verwendung des Materials ausgegangen werden. Ein möglicher Hinweis, der auf Asbest hindeutet, ist die Farbe. Eine Faustregel besagt, dass graue oder auch grünlich-graue Bausubstanzen auf asbesthaltige Fasern schließen lassen können. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sich bei Geräten wie Nachtspeicheröfen nach dem Hersteller und Baujahr zu erkundigen und eine entsprechende Auskunft anzufragen, mit der ebenfalls eine Verwendung abgeklärt werden kann. Im Fall von Dämmungsmaterialien kann die Farbe eine relative Sicherheit geben, da gelbe oder rein weiße Fasern wie z.B. Glaswolle definitiv asbestfrei sind. Allerdings sind die Möglichkeiten, Asbest rein optisch zu erkennen, darüber hinaus stark begrenzt, weshalb die Frage Kann ich Asbest erkennen mit „es kommt darauf an“ beantwortet werden muss. In jedem Fall ist es empfehlenswert, eine Asbest-Analyse im Haus vorzunehmen.

Verdacht auf Asbest was nun

Viele Hausbesitzer sind sich nicht darüber im Klaren, dass auch in ihrem Haus möglicherweise Asbest verwendet worden ist. Verdacht auf Asbest was nun stellt sich hier als Frage. Im Verdachtsfall kann eine Analyse genauen Aufschluss über Asbest im Haus geben. Diese kann auf Wunsch selbst durchgeführt werden und kann in einem Raumlufttest oder einem Materialtest bestehen, der bei verschiedenen Anbietern im Internet oder Fachgeschäften erhältlich ist. Bei der Raumluftanalyse wird mithilfe eines Röhrchens eine Staubprobe aus der Luft entnommen. Dieser ist ein Erfassungsbogen zum schriftlichen Ausfüllen beigelegt. Die entnommene Probe wird im Anschluss per Post an ein Fachlabor gesendet, welches meist innerhalb von 10-14 Tagen die Probe analysiert und einen Bericht erstellt und dem Anwender zur Verfügung stellt. Daneben existiert auch die Möglichkeit eines Materialtest, der allerdings mit deutlich mehr Sicherheitsvorkehrungen verbunden ist. Bei diesem wird mithilfe von Werkzeug ein kleines Stück des zu untersuchenden Materials entfernt und in einer Probe luftdicht verschlossen. Aufgrund der Gesundheitsgefahr ist es notwendig, hierbei Schutzkleidung zu tragen. Die Kosten für eine solche Staubprobe liegen zwischen 35 bis circa 120 Euro. Es gibt auch die Option, einen vereidigten Bausachverständigen für ein professionelles Schadstoffgutachten hinzuzuziehen. Dieser kontrolliert die Bausubstanz auf das Vorhandensein von schädlichen Stoffen und führt professionelle Materialproben durch. Im Anschluss erfolgt eine Beratung darüber, bei der die Notwendigkeit einer Sanierung nach verschiedenen Dringlichkeitsstufen festgestellt wird. Während Stufe 2 und 3 lediglich eine Neubewertung nach einem vereinbarten Zeitraum erfordern, erfolgen bei Dringlichkeitsstufe 1 Sofortmaßnahmen, um das Gesundheitsrisiko so weit wie möglich abzusenken. Im Fall der Notwendigkeit einer Asbestsanierung erfolgt diese durch ein spezialisiertes Unternehmen.

Fazit:

Ist in meinem Haus Asbest?

Generell kann in jedem Haus, welches vor dem Asbest verboten der einzelnen Länder gebaut wurde, Asbest vorhanden sein.

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